Geschichte der Flächensuche
Die Geschichte der Personenspürhunde, insbesondere im Bereich der Flächensuche (Air Scenting), ist eng mit der Entwicklung des Rettungshundewesens und der Nutzung der feinen Nase des Hundes zur Rettung verunglückter oder vermisster Menschen verbunden. Flächensuchhunde suchen im Gegensatz zu Mantrailer-Hunden nicht nach einer spezifischen Spur, sondern wittern jeden menschlichen Individualgeruch in einem bestimmten Areal.
Hier ist ein Überblick über die Entwicklung:
- Ursprünge (17./18. Jahrhundert): Die Wurzeln liegen in den Schweizer Alpen. Mönche des Hospizes auf dem Grossen Sankt Bernhard setzten ab etwa 1695/1707 Hunde (Vorläufer der Bernhardiner) ein, um im Schnee und Nebel verirrte Reisende zu finden. Dies war eine frühe Form der Flächensuche unter Extrembedingungen.
- Erste Erfolge (19. Jahrhundert): Zwischen 1800 und 1812 rettete der bekannte Bernhardiner „Barry“ vermutlich bis zu 40 Menschenleben.
- Entwicklung zum Sanitätshund (Ende 19. Jahrhundert): Jean Bungartz gründete 1890 den „Verein für Deutsche Sanitätshunde“. Hier wurden Hunde systematisch für die Suche nach verwundeten Soldaten ausgebildet.
- Weltkriege (20. Jahrhundert): Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden tausende Hunde als Melde-, Sanitäts- und Suchhunde eingesetzt. Sie fanden verletzte Soldaten auf Schlachtfeldern und Verschüttete in Trümmern.
- Systematisierung (nach 1940): Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ferdinand Schmutz in der Schweiz mit der systematischen Ausbildung von Hunden speziell für die Lawinensuche, was die Methoden der Flächensuche weiter verfeinerte.
- Moderne Ära (ab 1960/70er):
- Pionierarbeit: Bill und Jean Syrotuck gründeten 1972 die American Rescue Dog Association (ARDA), die Standards für die Flächensuche (Air-Scenting) im Wald und Gelände setzte.
- Techniken: Es etablierte sich die Suche ohne Leine, bei der der Hund den Wind (Witterung) nutzt, um menschlichen Geruch in der Luft aufzunehmen.
- Flächensuche heute: Rettungshunde (Flächensuchhunde) sind unverzichtbar bei der Suche nach vermissten Wanderern, Kindern oder suizidgefährdeten Personen in Wäldern und unwegsamem Gelände.
Unterschied zu anderen Spürhunden:
Die Flächensuche (Air Scenting) unterscheidet sich vom Mantrailing. Während der Mantrailer einen spezifischen Individualgeruch (durch einen Geruchsträger) über weite Strecken verfolgt, sucht der Flächensuchhund frei laufend ein Gebiet ab und meldet jeden Menschen.
Die Flächensuche (Air Scenting) unterscheidet sich vom Mantrailing. Während der Mantrailer einen spezifischen Individualgeruch (durch einen Geruchsträger) über weite Strecken verfolgt, sucht der Flächensuchhund frei laufend ein Gebiet ab und meldet jeden Menschen.